Gesundheitsausgaben auf Rekordniveau – und die offene Frage nach der Wirkung

Wenn Zahlen beginnen, Superlative zu produzieren, ist das selten nur Statistik. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes beliefen sich die Gesundheitsausgaben in Deutschland 2024 auf 538,2 Milliarden Euro – das entspricht 6.444 Euro pro Kopf und einem Anteil von 12,4 % am Bruttoinlandsprodukt. Innerhalb eines Jahres stiegen die Ausgaben um 7,6 %. Für 2025 wird … Weiterlesen …

Schauplatz eines weitgehend unsichtbaren sozialpolitischen Versagens: Hilfe zur Pflege erreicht viele Anspruchsberechtigte nicht

Die häusliche Pflege in Deutschland ist Schauplatz eines weitgehend unsichtbaren sozialpolitischen Versagens. Eine aktuelle, vom Paritätischen Gesamtverband beauftragte Studie des Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Thomas Klie zeigt, dass die gesetzlich verankerte „Hilfe zur Pflege“ im ambulanten Bereich vielfach nicht wirksam wird. Gemeint ist eine Sozialleistung nach dem SGB XII, die dann greift, wenn Einkommen, Vermögen und … Weiterlesen …

Gesundheit als ökonomischer Faktor: Warum Prävention zur strategischen Zukunftsfrage wird

Die globale Gesundheitslage steht vor einem strukturellen Wendepunkt. Während die Lebenserwartung weltweit weiter steigt, nimmt gleichzeitig die Zahl der Jahre zu, die Menschen mit Krankheit oder funktionellen Einschränkungen verbringen. Nach Analysen des McKinsey Health Institute lebten Menschen im Jahr 2000 durchschnittlich 8,7 Jahre ihres Lebens in schlechter Gesundheit; bis 2050 könnte dieser Zeitraum auf rund … Weiterlesen …

Gefährlich überzeugend – und gesundheitspolitisch brisant: Wenn „Dr. ChatGPT“ zur digitalen Eingangstür wird

Large Language Models (LLMs) sind längst im Versorgungsalltag angekommen – allerdings ohne formelle Einführung. In den USA nutzt etwa jeder sechste Erwachsene monatlich einen KI-Chatbot für medizinische Fragen. Auch Ärzt:innen greifen informell auf Systeme wie GPT-4o oder Llama 3 zurück. Damit entsteht eine paradoxe Situation: Während Regulierung und Evidenz noch hinterherlaufen, sind die Systeme faktisch … Weiterlesen …

„Gesunde“ ultraverarbeitete Lebensmittel – ein irreführendes Narrativ. Warum Public Health seit Jahren am Wesentlichen vorbeiredet

In der ernährungspolitischen Debatte der letzten Jahre lässt sich ein vertrautes Muster beobachten: Während die Evidenz zu den gesundheitlichen Risiken ultraverarbeiteter Lebensmittel (ultraprocessed foods, UPF) stetig wächst, verschiebt sich der öffentliche Diskurs zunehmend auf Detailfragen – etwa auf angeblich „gesündere“ Varianten innerhalb dieser Produktgruppe. Was als differenzierte Betrachtung erscheint, erweist sich bei näherem Hinsehen als … Weiterlesen …

Kommerzialisierung ohne Versorgungslogik: Wie profitorientierte Kinderheimmärkte Care Sufficiency untergraben

Eine aktuelle Publikation in „Lancet Public Health“ analysiert die fortschreitende Kommerzialisierung der stationären Kinder- und Jugendhilfe in England und deren Auswirkungen auf die bedarfsgerechte regionale Versorgung („Care Sufficiency“). Auf Basis einer Vollerhebung aller Kinderheime zwischen 2014 und 2023 werden die Trägerstrukturen differenziert nach öffentlicher, gemeinnütziger sowie verschiedener privater Eigentumsformen untersucht. Zentrales Ergebnis ist ein tiefgreifender … Weiterlesen …

Warum nichtübertragbare Krankheiten die Vulnerabilität von Populationen entscheidend prägen

Pandemievorsorge entscheidet sich nicht erst im Krisenfall, zeigt ein Beitrag in „ThinkGlobalHealth“ und verdeutlicht, warum die globale Last nichtübertragbarer Krankheiten ein zentraler, bislang unterschätzter Faktor für pandemische Vulnerabilität ist – und was das für Public Health bedeutet. Der Beitrag argumentiert überzeugend, dass Pandemieresilienz nicht allein durch technologische und reaktive Maßnahmen wie Impfstoffentwicklung, Surveillance oder nicht-pharmazeutische … Weiterlesen …

Soziale Ungleichheit bei Multimorbidität: Deprivation beschleunigt Krankheits- und Verordnungsakkumulation

Eine große populationsbasierte Kohortenstudie aus Schottland zeigt, dass sozioökonomische Deprivation nicht nur mit einer höheren Prävalenz von Multimorbidität und Polypharmazie verbunden ist, sondern auch mit einer rascheren Zunahme der Zahl chronischer Erkrankungen und verordneter Medikamente über die Zeit. Untersucht wurden 414.746 Erwachsene ab 51 Jahren im NHS-Gebiet Greater Glasgow and Clyde (versorgt werden dort ca. … Weiterlesen …

Studie zeigt großes Potential für Demenzprävention

Rund 36 % der Demenzfälle in Deutschland hängen mit Risikofaktoren zusammen, die sich grundsätzlich beeinflussen lassen. Das zeigt eine neue Studie von Forschenden des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) am Standort Rostock/Greifswald und der Harvard Medical School. Grundlage der Studie sind aktuelle Daten aus dem Deutschen Alterssurvey 2023 – einer bundesweiten, repräsentativen Befragung von Menschen ab 40 Jahren. Veränderbare … Weiterlesen …

Public Health als Frage der Gerechtigkeit und des Vertrauens

Anlässlich eines Gedenksymposiums für Professor Dr. Friedrich Wilhelm Schwartz Ende November 2025 an der Medizinischen Hochschule Hannover hielt die Präsidentin der Europäischen Kommission, Dr. Ursula von der Leyen, einen Festvortrag, in dem sie die bleibende Bedeutung der Ideen und des Wirkens des Verstorbenen für die aktuellen und künftigen Herausforderungen im Bereich Public Health würdigte. Zu … Weiterlesen …